Was weißt du über den Igel?

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Unser Igel

In unserem Garten wohnt ein Igel. Wir haben ihn Mugge genannt. Ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist, wissen wir nicht. Mugge wohnt hinten im Garten unter der Wurzel eines umgefallenen Baumes. Sein Nest ist eine Vertiefung, die mit welken Blättern und Moos ausgelegt ist.
Mugge kommt erst kurz vor Sonnenuntergang in den Garten. Er schnüffelt, schnauft und wühlt still vor sich hin und untersucht alles auf seinem Weg. Mugge frisst alle Insekten, die er finden kann. Spinnen und Schnecken mag er gern, aber auch Früchte und Pflanzen.
Wir haben auch viele Kröten im Garten. Eines Abends begegnete Mugge einer großen Kröte. Ob man die wohl fressen kann? Mugge schnappte nach der Kröte, aber sie pustete sich auf. Mugge schnappte wieder und immer wieder zu. Schließlich gab er auf und schnaufte davon.
Wir haben die Kröte genau angesehen, ihr fehlte nichts; Mugge hatte sie nicht verletzt.
Der Mäusefamilie, die am Holzhaufen wohnte, erging es schlimm. Die Mäusemutter hatte fünf Junge im Nest. Mugge fand es. Die Mäusemutter konnte Mugge nicht vertreiben. Er verschlang alle Jungen mit großem Genuss. An jenem Tag wollte Mugge nichts mehr fressen, er ging früh schlafen. Er war sicher sehr satt.
Anfang Juni kam ein fremder Igel zu Besuch. Er war etwas größer als Mugge. Der fremde Igel sah sehr aufgeregt aus und ging direkt auf Mugge zu, der im Garten wühlte. Mugge war nicht freundlich. Er empfing den Fremden fauchend. Wollten sie sich um den Garten streiten? Der fremde Igel ging im Kreis um Mugge herum, der immer noch fauchte. Was sollte das? Nachdem Mugge fast eine halbe Stunde gefaucht hatte, wurde er ruhig.
Der fremde Igel war ein Männchen. Mugge ließ ihn ganz nahe an sich herankommen.
Die beiden Igel lagen lange Zeit ganz ruhig beieinander.
Mugge war also ein Weibchen. Wir beschlossen, sie Muggeline zu nennen.
Vielleicht bekommen wir in fünf bis sechs Wochen junge Igel.
Mugge - nein, Muggeline erlebte etwas, was nicht viele Igel erleben.
Bei uns gibt es Kreuzottern.
Eine Kreuzotter schlängelte friedlich daher, als sie der schnüffelnden Muggeline begegnete. Die Kreuzotter bekam Angst und rollte sich zusammen.
Zuerst war Muggeline aufgeregt, aber bald kam sie wieder zur Ruhe.
Still und ruhig schnüffelte sie auf die Kreuzotter zu.
Jetzt war sie ganz nah dran.
Die Kreuzotter zielte auf Muggelines Schnauze. Im selben Augenblick rollte Muggeline sich zusammen. Die Kreuzotter stieß in Muggelines Stacheln und musste sich fast losreißen.
Es ging Schlag auf Schlag. Doch plötzlich biss Muggeline zu: Sie erwischte die Schlange. Arme Kreuzotter!
igel_schlange.jpg
Muggeline hatte gewonnen. Die Kreuzotter war tot. Nun wurde sie aufgefressen.
Eines Morgens war es geschehen. Muggeline hatte fünf kleine Junge bekommen, die bei ihr lagen und Milch tranken. Wir fanden nicht, dass sie sehr dick gewesen war: Man kann einer Igelin also nicht ansehen, ob sie Junge bekommt.
Während der ersten beiden Wochen können die Jungen Igel nicht sehen und nicht hören. Und die Stacheln sind weiß. Während der ersten zwei Tage blieb Muggeline bei den Jungen. Danach verließ sie sie hin und wieder, um etwas zu fressen.
Wenn die Igelmutter fort ist, stecken die kleinen ihre Schnauzen zusammen und bauen eine "Igelburg".
Wir brachten Muggeline Wasser und Fleischreste in zwei Schüsseln. Muggeline fraß alles schnell auf und lief heim zu ihren Jungen.
Nach zwei bis drei Wochen können die Jungen sehen und hören. Obwohl sie immer noch bei Muggeline Milch zu trinken bekommen, führt sie die Jungen umher, damit sie lernen, selber ihr Futter zu suchen.
Muggeline kam schnell wieder zu Kräften. Sie wurde sogar fett. Als es Herbst wurde, rollte Muggeline sich zusammen. Sie wollte den ganzen Winter in ihrer Blätterhöhle schlafen. Wir legten eine zusätzliche Blätterschicht über sie.
Jetzt freuen wir uns darauf, dass sie aufwacht, wenn es im nächsten Frühjahr wieder wärmer wird. Im nächsten Jahr bekommt Muggeline sicher wieder Junge. Meinst du nicht auch?
Knud Georg Brundbjerg (gekürzt)