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-Schrittchen vor Schrittchen-

Anfangs hatte ich noch keinen richtigen Plan, wie ich PISAKIDS nun regelmäßig in den Unterricht integrieren konnte, aber den Kopf voller Ideen. Ich bestellte mir nach und nach die Bücher und begann in der Lesezeit mit den beiden Büchern zu arbeiten, die mir Frau Simon-Pätzold ausgeliehen hatte. Das waren *Kidogo* und *Ach nein - und wenn schon*.

Meinen normalen Unterrichtsstoff setzte ich aber trotzdem um. So lasen wir in dieser Zeit auch die Ganzschrift *Der Findefuchs* und setzten uns intensiv mit dem Inhalt auseinander. Dafür lasen wir im Unterricht  nicht so viel im Lesebuch.

Im Schulalltag ist manchmal so viel gleichzeitig zu bewältigen, dass man es nicht immer schafft, auch noch seine Arbeit regelmäßig zu dokumentieren. Während der Arbeit mit PISAKIDS machte ich ab und an Fotos und schrieb mir viele Zettel...

nach ca 4 Monaten schrieb ich unter anderem an Frau Simon- Pätzold:

Liebe Frau Simon-Pätzold,
...
... ...
Bei uns lernen die Kinder in veränderter Schuleingangsphase - also viel jahrgangsübergreifend, viel fächerübergreifend, viel in Freiarbeit jeglicher Form - schon gesteuert, schließlich sind wir ja nicht bei *Wünsch dir was* oder *Nenaschule*- jedoch versuchen wir unseren Kindern viele Möglichkeiten an Mit- und Selbstbestimmung zu bieten. So gibt es immer Pflicht und Wahlaufgabenbereiche - selbstständige Wahl der Reihenfolge bei der Erledigung der Aufgaben - meist freie Partnerwahl (jedoch so gesteuert, dass  ein Paar aus Erst- und Zweitklässler  zusammengesetzt ist und auch zusammen lernen kann (bestimmte Spezis kann man meist nicht zusammen lassen ) - genau so verhält sich das auch bei Lernen in 4er oder 6er Gruppen.

Unsere Kinder sollen lernen, sich selbstständig Wissen anzueignen. Sie sollen lernen kritisch zu überprüfen, ob die Quelle, aus der das Wissen stammt, vertrauenswürdig ist. Heutzutage veraltet Wissen so schnell und was gestern noch richtig war, soll heute plötzlich falsch und morgen noch ganz anders sein.....; sie sollen voneinander und miteinander lernen; sie sollen beim Lernen ihren Standpunkt wechseln ( wer in seiner Klasse nie der Beste ist, hat Erfolgserlebnisse, wenn er mit jüngerem Partner lernt - wer immer der Beste ist, muss sich behaupten, wenn der Partner einen Jahrgang höher ist....) und Verantwortung zu übernehmen ; die Kinder sollen lernen miteinander zu diskutieren,gemeinsam Wissen zusammenzutragen, gemeinsam Lösungen zu finden, und gemeinsam zu präsentieren, kritisch und ehrlich die Leistungen anderer einzuschätzen.....

... ich möchte als Lehrer kein Bestimmer und Disziplinierer sein. Wir sind ein buntes Trüppchen in unserer 2. Klasse ( zwei hochbegabte Kinder, eins  mit LRS, zwei mit ADS, ein Heimkind mit schlimmsten Verhaltensproblemen und die anderen Persönchen mit ihren individuellen Stärken und Schwachstellen) ..naja und wie ich mich definieren soll?...keine Ahnung... ich versuche das alles so gut es geht unter einen Hut zu bekommen und jedem Kind gerecht zu werden. Ich versuche nie zu vergessen, aus Sicht der Kinder zu denken, aber auch als Mutter und als Lehrerin...und ein bisschen als Querdenker...

Ihr Programm ist wie geschaffen für meinen Unterricht. Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie *Oh wie schön ist Panama* aufgenommen haben, ich liebe dieses Buch und habe es in Ethik vorgestellt, als es um das Thema "Zu Hause" ging.

Ich finde auch die anderen Bücher, die Sie ausgewählt haben so richtig klasse und habe den *Zapperdockel und den Wock *auch schon im Ethikunterricht eingesetzt und die Kinder dann mit ihrem Programm arbeiten lassen...habe ihnen praktisch nur gezeigt, wie man dahin kommt und kurz die Geschichte mit den verlorenen Seiten erzählt und einen Überblick über die Oberfläche gegeben - alles andere mussten sie selbst erlesen, erproben - das taten sie auch ohne Probleme. Jeder hat so seine Lieblingsspiele entdeckt.

Allerdings schwebt mir schon auch vor, Aufgabenstellungen zu formulieren, um abzusichern, dass die Kinder nicht nur immer die selben Übungen machen. Ich würde dann auch Plicht und Wahlbereiche vergeben ...wenn ich soweit bin, berichte ich alles.

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